CVE-2025-53770 – Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten in Microsoft SharePoint Server On-Premises

CVE-2025-53770 betrifft eine kritische Schwachstelle im Zusammenhang mit der Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten in Microsoft SharePoint Server (On-Premises). SharePoint ist eine weit verbreitete Kollaborationsplattform, die es Unternehmen ermöglicht, Inhalte, Wissen und Anwendungen zu teilen und zu verwalten. Angesichts der zentralen Rolle bei der Informationsverwaltung und der typischen Nutzung innerhalb von Unternehmensnetzwerken kann eine schwerwiegende Schwachstelle wie die Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten erhebliche Sicherheitsimplikationen haben.

ProduktMicrosoft SharePoint
Datum25.07.2025 10:46:00

Technische Zusammenfassung

Details:
Diese Schwachstelle resultiert aus der Art und Weise, wie Microsoft SharePoint Server (On-Premises) die Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten handhabt. Deserialisierung ist der Prozess, bei dem ein Bytestrom wieder in ein Objekt im Arbeitsspeicher umgewandelt wird. Wenn eine Anwendung Daten aus einer nicht vertrauenswürdigen Quelle ohne angemessene Validierung oder Bereinigung deserialisiert, kann ein Angreifer bösartige serialisierte Daten erstellen, die nach der Deserialisierung beliebigen Code ausführen oder unerwünschte Aktionen auf dem Server auslösen.
Das Hauptproblem liegt in der Unfähigkeit der Anwendung:

  • Integrität/Herkunft der Daten zu validieren: Der Server akzeptiert und verarbeitet serialisierte Daten, ohne deren Herkunft angemessen zu prüfen oder sicherzustellen, dass sie nicht manipuliert wurden.
  • Die Deserialisierung sicher zu konfigurieren: Der Deserialisierungsprozess ist möglicherweise nicht sicher konfiguriert, was die Ausnutzung von Gadget-Chains (Sequenzen von legitimen Code-Teilen, die verkettet werden können, um schädliche Aktionen auszuführen) ermöglicht.

Angriffsvektor:
Ein Angreifer könnte speziell präparierte bösartige serialisierte Daten an einen anfälligen Endpunkt innerhalb von SharePoint senden. Dies könnte über verschiedene Eingabevektoren erfolgen, darunter:

  • API-Endpunkte: Durch Ausnutzung exponierter APIs, die serialisierte Daten verarbeiten.
  • Anfrageparameter: Durch das Einschleusen bösartiger serialisierter Objekte in HTTP-Anfrageparameter oder -Header.
  • Dateiuploads: Durch das Verstecken bösartiger serialisierter Daten in scheinbar legitimen Dateien, die anschließend vom Server verarbeitet werden.

Die Schwachstelle ist besonders gefährlich, da der Deserialisierungsprozess häufig im Kontext der Anwendung stattfindet, die normalerweise mit erhöhten Privilegien auf dem Server operiert.

Auswirkungen:
Die Hauptauswirkung eines erfolgreichen Angriffs durch Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten ist die Erlangung einer Remote Code Execution (RCE). Ein Angreifer kann die direkte Kontrolle über den SharePoint-Server erlangen. Die Konsequenzen können umfassen:

  • Vollständige Kompromittierung des Servers: Erlangung von SYSTEM-Rechten oder gleichwertigen Privilegien auf dem SharePoint-Server, was es dem Angreifer ermöglicht, Programme zu installieren, Daten einzusehen, zu ändern oder zu löschen oder neue Konten mit vollen Rechten zu erstellen.
  • Datenverletzung: Zugriff auf und Exfiltration von sensiblen Informationen, die in SharePoint gespeichert sind.
  • Seitwärtsbewegung (Lateral Movement): Nutzung des kompromittierten SharePoint-Servers als Sprungbrett, um auf andere Systeme und Ressourcen im Unternehmensnetzwerk zuzugreifen.
  • Betriebsunterbrechungen: Ausfall von SharePoint-Diensten, was zu Stillständen bei kritischen Kollaborations- und Inhaltsverwaltungsfunktionen führt.
  • Defacement von Websites: Änderung von SharePoint-Websites, um bösartige oder unerwünschte Inhalte anzuzeigen.

Empfehlungen

  • Sofortiges Einspielen von Patches: Priorisieren Sie die Installation aller von Microsoft verfügbaren Sicherheitsupdates und Patches für SharePoint Server (On-Premises). Diese Patches sind entscheidend, um CVE-2025-53770 und andere potenzielle Schwachstellen zu beheben.
  • Prinzip der geringsten Privilegien (Least Privilege): Stellen Sie sicher, dass Dienstkonten und Anwendungspools von SharePoint mit den minimal erforderlichen Privilegien auf dem Server und dem Dateisystem betrieben werden.
  • Netzwerksegmentierung: Isolieren Sie SharePoint-Server in einem dedizierten und eingeschränkten Netzwerksegment. Beschränken Sie den Netzwerkzugriff nur auf das für legitime Benutzer und Anwendungen unbedingt Notwendige.

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