CVE-2025-26858: Denial-of-Service-Schwachstelle durch Pufferüberlauf im Modbus-TCP-Dienst des Socomec DIRIS Digiware M-70

Das Socomec DIRIS Digiware M-70 ist ein Gateway zur Überwachung elektrischer Energie, das in kritischen Umgebungen wie Rechenzentren, Industrieanlagen und gewerblichen Gebäuden eingesetzt wird. Seine Hauptfunktion besteht darin, Echtzeit-Einblicke in elektrische Systeme zu ermöglichen, wodurch Energiemanagement, betriebliche Überwachung und Fehlererkennung unterstützt werden. Die Bedeutung dieses Geräts ist in Umgebungen hoch, in denen die Gewährleistung der Betriebskontinuität und das Echtzeit-Bewusstsein über den Zustand der elektrischen Systeme unerlässlich sind.

Die Auswirkung der Schwachstelle besteht in einem nicht authentifizierten Remote-Denial-of-Service (DoS). Ein Angreifer mit Netzwerkzugriff kann die Überwachungsfunktionen des Gateways unterbrechen, wodurch die Betreiber faktisch die Sichtbarkeit über den Zustand ihrer elektrischen Infrastruktur verlieren. Dies kann die Reaktion auf Vorfälle behindern, Probleme bei der Stromqualität verschleiern und Energieeffizienzprogramme stören.

Derzeit ist diese Schwachstelle nicht im KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) der CISA aufgeführt, und es liegen keine öffentlichen Berichte über eine aktive Ausnutzung vor. Der Angriff gilt jedoch als einfach durchführbar für einen Angreifer, der Zugriff auf das Operational Technology (OT)-Netzwerk erlangt hat, in dem sich das Gerät befindet. M-70-Gateways, die mit dem Internet verbunden oder nicht korrekt segmentiert sind, sind besonders gefährdet.

ProduktSocomec DIRIS Digiware M-70
Datum05.12.2025 00:15:11

Technische Zusammenfassung

Die Hauptursache der Schwachstelle ist ein CWE-120: Pufferkopie ohne Überprüfung der Eingabegröße (‘Klassischer Pufferüberlauf’) innerhalb der Geräte-Firmware bei der Analyse von Modbus-TCP-Paketen. Der auf dem Modbus-Port (typischerweise TCP/502) lauschende Dienst überprüft die Größe der vom Benutzer bereitgestellten Daten nicht ordnungsgemäß, bevor er sie in einen im Stack zugewiesenen Puffer mit fester Länge kopiert.

Die Angriffskette stellt sich wie folgt dar:

  1. Ein nicht authentifizierter Angreifer baut eine Netzwerkverbindung zum Modbus-TCP-Dienst auf dem Socomec DIRIS Digiware M-70 Gateway auf.
  2. Der Angreifer sendet eine speziell präparierte Sequenz von Paketen, die einen Wert enthält, der größer ist als die vom Puffer des Dienstes vorgesehene Größe.
  3. Der Dienst versucht, diese fehlerhafte Anfrage zu verarbeiten, was zu einem Pufferüberlauf führt.
  4. Diese Speicherbeschädigung überschreibt angrenzende Bereiche, was zum sofortigen Absturz des Modbus-TCP-Dienstes führt und das Gerät für weitere Überwachungsanfragen nicht mehr ansprechbar macht.

Ein Angreifer kann diese Schwachstelle wiederholt ausnutzen, um einen dauerhaften Denial-of-Service-Zustand zu erzeugen, der die Betreiber daran hindert, die elektrischen Systeme zu überwachen. Die einzige Möglichkeit, die Funktionalität wiederherzustellen, ist ein manueller Neustart (Power Cycle) des Geräts. Die Schwachstelle betrifft das Modell Socomec DIRIS Digiware M-70; Benutzer sollten sich an den Anbieter wenden, um spezifische Informationen zu den betroffenen Firmware-Versionen und der Verfügbarkeit von Patches zu erhalten.

Empfehlungen

  • Patches sofort anwenden: Kontaktieren Sie Socomec, um die neuesten Firmware-Updates für das DIRIS Digiware M-70 zu erhalten und diese so schnell wie möglich zu installieren.
  • Abhilfemaßnahmen: Implementieren Sie eine strikte Netzwerksegmentierung, um sicherzustellen, dass das Gerät nicht dem Internet ausgesetzt ist. Beschränken Sie den Zugriff auf den Modbus-TCP-Port (502) auf eine begrenzte Anzahl vertrauenswürdiger IP-Adressen in einem dedizierten Management- oder OT-Netzwerk.
  • Überwachungsaktivitäten: Überwachen Sie Firewall- und Netzwerkprotokolle auf unbefugte Verbindungsversuche zum Modbus-TCP-Port auf DIRIS-Digiware-Geräten. Untersuchen Sie Geräte, die wiederholt offline gehen oder nicht mehr reagieren, da dies ein Anzeichen für eine Kompromittierung oder einen Angriffsversuch sein könnte.
  • Reaktion auf Vorfälle: Falls der Verdacht besteht, dass ein Gerät kompromittiert wurde oder nicht mehr reagiert, isolieren Sie es sofort vom Netzwerk, um laterale Bewegungen zu verhindern. Bewahren Sie nach Möglichkeit Protokolle und den Gerätestatus für eine forensische Analyse auf, bevor Sie das System neu starten.
  • Defense-in-Depth: Stellen Sie sicher, dass alle ICS-Systeme (Industrial Control Systems) und OT-Geräte in korrekt segmentierten Netzwerken platziert sind, die durch Firewalls geschützt sind und nicht Teil des allgemeinen Unternehmens-IT-Netzwerks sind. Implementieren Sie Zugriffskontrolllisten (ACLs), um das Prinzip der geringsten Rechte (Least Privilege) auf alle Netzwerkkommunikationen anzuwenden.

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