Es gibt einen roten Faden, der sich seit über zwanzig Jahren durch die Welt der Technologie, des Rechts und der Zivilgesellschaft zieht: Er heißt e-privacy und ist mehr als nur eine Konferenz. Er ist ein kultureller Schutzwall. Er ist eine klare Haltung. Und vor allem ist er ein unverzichtbarer Termin für alle, die daran glauben, dass Freiheit auch – und vielleicht sogar vor allem – durch den Schutz personenbezogener Daten entsteht.
ISGroup erneuert die Unterstützung für e-privacy: Denn heute ist es wichtiger denn je, die Privatsphäre zu verteidigen.
Auch deshalb hat sich ISGroup entschieden, dabei zu sein. Wieder einmal. Aber nicht als bloßer Zuschauer: als überzeugter Sponsor und Partner, an der Seite derer, die jeden Tag daran arbeiten, den Menschen in der digitalen Welt Würde, Bewusstsein und konkrete Werkzeuge zurückzugeben.
Am 22. und 23. Mai findet in den Räumlichkeiten der juristischen Fakultät der Universität Bari die 36. Ausgabe der Konferenz unter dem Titel „Das Leben ist ein einziges Dossier“ statt. Und nie zuvor klang dieser Titel so sehr wie eine Warnung.
Wir leben in einer Ära, in der jeder Klick, jedes getippte Wort, jede nachverfolgbare Geste potenziell Teil eines Archivs ist – ob offiziell oder nicht –, das über uns Auskunft gibt. Eine Ära, in der die Technologie, so brillant sie auch sein mag, aufgehört hat, uns um Erlaubnis zu fragen. Und in der die Illusion der Kontrolle einer stillen Resignation gewichen ist.
Doch Aufgeben liegt nicht in der DNA von ISGroup.
Unsere Mission entstand genau an dieser Schnittstelle: dort, wo Sicherheit auf Ethik trifft, Kompetenz mit Verantwortung verflochten ist und Technologie sich – endlich – den Interessen der Menschen unterordnet. e-privacy zu sponsern bedeutet für uns, einer kollektiven Stimme Kraft zu verleihen, die mehr Transparenz, mehr Rechte und weniger Kompromisse fordert.
Und es ist eine Geste, die über bloße Sichtbarkeit hinausgeht. Es ist eine Absichtserklärung.
Das diesjährige Programm verspricht dicht, klar und scharfzüngig zu werden: Es wird um künstliche Intelligenz und prädiktive Überwachung gehen, um Dark Patterns und manipulierte Einwilligung, um digitale Gesundheit, Datenschutz für KMU und sogar um die Rolle von Sicherheitsbehörden in einer Gesellschaft, die immer stärker beobachtet und immer weniger frei ist.
Im Mittelpunkt stehen wie immer die Menschen. Diejenigen, die leiden, diejenigen, die Widerstand leisten, diejenigen, die verstehen wollen. Und diejenigen – wie wir –, die sich jeden Tag dafür entscheiden, mit Integrität zu schützen, auszubilden und zu innovieren.
Sponsor von e-privacy zu sein, macht uns nicht einfach nur zu einem Teil der Veranstaltung. Es macht uns zu einem Teil einer Gemeinschaft. Eines Bündnisses, das an eine menschliche Technologie glaubt, an Sicherheit als Grundrecht und an Transformation als Chance für alle, nicht nur für wenige.
Deshalb ist die Antwort auf die Frage, warum wir diese Veranstaltung weiterhin unterstützen, einfach: Weil es notwendig ist.
Und weil es nicht reicht, nur zu sagen, auf welcher Seite man steht. Man muss es beweisen.
Wer ist ISGroup SRL
ISGroup SRL ist eine italienische Cybersecurity-Boutique, die 2013 von einer Gruppe unabhängiger Forscher gegründet wurde, die seit 1994 in der italienischen Ethical-Hacker-Szene aktiv sind. Mit einem handwerklichen und spezialisierten Ansatz bietet ISGroup manuelle und fortschrittliche Sicherheitstests an, die sich auf die Analyse aus der Sicht eines Angreifers konzentrieren.
Das Unternehmen ist anerkannt für seine Expertise in den Bereichen Ethical Hacking, Penetration Testing, Vulnerability Assessment und Red Teaming und bietet maßgeschneiderte Dienstleistungen für Unternehmen, Institutionen und gemeinnützige Organisationen an. ISGroup ist nach ISO 9001 und ISO 27001 zertifiziert und arbeitet regelmäßig an kritischen Projekten für nationale Sicherheit, regulatorische Compliance und digitale Resilienz.
Im Laufe der Jahre hat ISGroup unabhängige Projekte unterstützt, die sich dem Schutz der Privatsphäre und digitaler Rechte widmen, wie das Projekt Winston Smith. Diese Zusammenarbeit spiegelt die Mission des Unternehmens wider: die Sicherheit von Technologien zu verbessern und eine Kultur des Datenschutzes in einer zunehmend digitalen Gesellschaft zu fördern.
Ein Blick in die Agenda: Drei Tage, um zu verstehen, was wirklich mit unserer Privatsphäre passiert
Manche halten es für einen verlorenen Kampf. Andere ignorieren ihn, abgelenkt durch dringendere Probleme. Dennoch bleibt die Privatsphäre eine der entscheidendsten – und oft am wenigsten verstandenen – Fragen unserer Zeit. Es ist kein Zufall, dass die Ausgabe 2025 von e-privacy einen ebenso provokanten wie emblematischen Titel wählt: „Das Leben ist ein einziges Dossier“.
Während der drei Sitzungen, die für den 22. und 23. Mai geplant sind, wird uns ein dichter Kalender von Vorträgen durch eine Analyse ohne Rhetorik und ohne Kompromisse führen: Was bedeutet es heute, exponiert, nachverfolgt und profiliert zu sein? Und welche konkreten Möglichkeiten gibt es, sich zu verteidigen?
Der Vormittag des 22. Mai beginnt mit einer impliziten, aber kraftvollen Frage: Können wir überhaupt noch von Vertraulichkeit sprechen?
Marco Calamari, eine historische Figur des Projekts Winston Smith, unterstreicht dies bei der Eröffnung und erinnert uns daran, dass mittlerweile jeder Aspekt unserer Existenz – persönlich, beruflich, gesundheitlich – auf Datenstrings reduziert wird, die analysierbar und vermarktbar sind.
Direkt danach befasst sich Ugo Lopez mit einem der dringendsten Knotenpunkte: künstliche Intelligenz, Datenschutz und Sicherheit. Wo enden die Grenzen zwischen Automatisierung und Überwachung? Und wie bewusst sind wir uns der Interaktionen zwischen diesen Welten wirklich?
Die eigentliche Provokation kommt von Christian Bernieri, einem erfahrenen DPO, der ein ebenso unbequemes wie realistisches Konzept erforscht: die fahrlässige Misshandlung von Daten, also jene Fälle, in denen das Opfer selbst – unwissentlich – die Werkzeuge für seine eigene Überwachung liefert.
Nanni Bassetti, Experte für digitale Forensik, hebt die Diskussion auf eine noch konkretere Ebene: Sind der AI Act und der Datenschutz wirklich anwendbar oder nur Theorie? Eine Frage, die mehr als einen Akteur in der Branche aufrüttelt.
Anschließend werden Überlegungen darüber angestellt, wie wir unsere Daten leben – und organisieren. Emanuele Brambilla führt eine interessante Unterscheidung zwischen „Infosphäre“ und „Dokusphäre“ ein, während Art P. das Publikum mit einer verblüffenden Frage konfrontiert: Ist Privatsphäre wirklich für uns alle erreichbar, oder ist sie ein Privileg für wenige?
Stefano Mastella räumt schließlich mit einem der weitverbreitetsten Klischees auf: dass die DSGVO für KMU zu komplex sei. Mit pragmatischem Ton und Daten in der Hand zeigt er, dass das Problem nicht so sehr die Norm ist, sondern der Wille (oder dessen Fehlen), sie anzuwenden.
Zum Abschluss des Vormittags führt uns Jolanda Giacomello mit einem ebenso beunruhigenden wie wahrscheinlichen Szenario in die nahe Zukunft: das prädiktive Dossiering, also die algorithmische Profilierung unserer Entscheidungen, noch bevor wir sie treffen.
Am Nachmittag verlagert sich die Reflexion auf Bildung, Plattformen und Manipulation.
Die Sitzung beginnt mit einer Podiumsdiskussion über die Ethik der Datenverarbeitung im schulischen und universitären Bereich: Learning Analytics, verstanden als Werkzeug zur Verhaltensanalyse, kann bei falscher Handhabung zu einem zweischneidigen Schwert werden. Ein multidisziplinäres Team unter der Leitung von Michele Baldassarre wird darüber sprechen.
Dann gelangen wir zum Kern der Frage, die der Veranstaltung ihren Titel gibt: Wer liest unsere Dossiers? Das erklärt uns Rebecca Berto, indem sie die Frage der Rechtsgrundlage und der Zugangsrechte thematisiert.
Der Nachmittag erhöht den Aufmerksamkeitsgrad mit Ferdinando Traversa, der von den Herausforderungen von Wikipedia erzählt, einer Plattform, die sich seit jeher auf einem sehr heiklen Gleichgewicht zwischen Offenheit, Anonymität und redaktioneller Verantwortung bewegt.
Es folgen zwei tiefgründige Beiträge: Marco Ciurcina, ein auf Technologierecht spezialisierter Anwalt, erforscht die Schnittstellen zwischen Staat und Markt bei der Governance der Privatsphäre; während Vito Nicola Convertini die (oft unsichtbaren) Mechanismen von Dark Patterns enthüllt und technische Lösungen gegen die Manipulation der Einwilligung vorschlägt.
Den Tag beschließt Luca Landucci mit einer weitreichenden Reflexion über den verborgenen Wert unseres Online-Lebens: ein Reichtum, der uns selten wirklich gehört.
Und am 23. Mai? Wir steigen in die institutionellen Herausforderungen ein.
Der Freitagmorgen beginnt mit einem der derzeit heißesten Themen: der Schaffung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS). Filippo Bianchini untersucht dessen Potenziale, aber auch dessen Mehrdeutigkeiten.
Es folgt eine aufmerksame und kompromisslose Analyse von Social-Media-Plattformen als „digitale Dossiers“, unterzeichnet von Monica Gobbato und Angela Pedalina.
Der dritte Beitrag wird von einem besonderen Gast gehalten, der eine der maßgeblichsten italienischen Behörden für den Schutz personenbezogener Daten vertritt. Die Rede konzentriert sich auf die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen dem Schutz der Rechte und der technologischen Entwicklung, zwischen individuellen Freiheiten und kollektiver Sicherheit. Eine Systemvision, die versucht, eine entscheidende Frage zu beantworten: Ist es noch möglich, das digitale Ökosystem zu steuern, ohne vor seiner Komplexität zu kapitulieren?
Nach der Pause steht eine scharfe Reflexion über ein ebenso unterschätztes wie allgegenwärtiges Thema im Mittelpunkt: die Monetarisierung personenbezogener Daten. Hinter jeder kostenlosen App, jedem einfachen Zugang, jedem „kostenlosen“ Dienst steckt ein Wert, der uns oft ohne unser Wissen entzogen wird. Wer kassiert? Wer kontrolliert? Und wer schützt?
Weiter geht es mit einer pointierten Analyse der Rolle der nationalen Sicherheitsbehörden, die seit Jahren im Schatten mehrdeutiger Vorschriften und immer flexiblerer Legitimierungen operieren. Die Grenze zwischen Überwachung und Sicherheit, zwischen Schutz und Eingriff wird jeden Tag dünner. Und die Frage ist nicht, ob sie uns beobachten, sondern wie sehr und mit welchen Konsequenzen.
Der vorletzte Beitrag greift einen ironischen und provokanten Titel auf, ist aber in der Analyse klar: „Wir haben das warme Wasser neu erfunden“. Eine Einladung, das zu überdenken, was wir mittlerweile für selbstverständlich halten, das aber in Wirklichkeit weiterhin unsere digitale Freiheit bedroht.
Die Sitzung schließt mit einem technisch hochdichten Beitrag, der sich den Systemen zur Anonymisierung von Daten widmet: ein Versprechen, das oft nicht eingehalten wird, verwundbar und umgehbar ist. Der Beitrag zeigt, wie auch hier gute Absichten ohne sorgfältige Planung, ständige Überwachung und eine angemessene öffentliche Debatte zu scheitern drohen.
Mit den abschließenden Worten von XXX endet e-privacy XXXVI. Aber das Gefühl ist klar: Die Konferenz endet, das Dossier nicht. Es liegt an uns zu entscheiden, ob wir es schreiben, ob wir es erleiden oder – endlich – ob wir es schützen.
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